Förderung für "Ehrenamtliche Familienpaten´"

Spielen, vorlesen, zuhören – und so die überforderten Eltern entlasten: Seit dreieinhalb Jahren sind im Zollernalbkreis ehrenamtliche Familienpaten unterwegs, um Familien mit kleinen Kindern zu begleiten, zu beraten und zu unterstützen.

Entstanden ist das Patenprojekt 2014 im Rahmen der Bundesinitiative Frühe Hilfen. "Neben professionellen Angeboten sind ehrenamtliche Familienpaten ein wichtiger Baustein im Kontext der Frühen Hilfen", sagt Anne Tulke von der Caritas, die das Angebot koordiniert. "Die Paten begleiten die Familien, entlasten die Eltern, stärken die vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen."

FamilienpatenTreiben das Angebot "Ehrenamtliche Familienpaten" voran (von links): Alexandra Schnitzer vom Fachbereich Frühe Hilfen, Anne Tulke und Susan Stiegler-Irion, beide von der Caritas. Foto: Zelenjuk

Wie wichtig diese Arbeit für die Region ist, hat auch der Landkreis erkannt. Das Familienpatenprojekt geht 2018 aus dem Projektstatus heraus, das Angebot wird eine Regelförderung bekommen. Außerdem haben die Paten jetzt Anspruch auf eine Fahrtkostenerstattung. Denn: Zum Teil müssen sie weite Strecken zurücklegen, um Familien zu besuchen.

 

 

 

"Die Finanzierung ist sehr wichtig für ein fortlaufendes, verlässliches Angebot", betont Tulke. Auch Caritas-Fachleiterin Susan Stiegler-Irion schätzt die Unterstützung: "Jeder Cent, der vom Kreistag für den Bereich Frühe Hilfen bewilligt wird, ist ein Zeichen der Wertschätzung für unsere Arbeit."

Die Bilanz kann sich auf jeden Fall sehen lassen: 29 Familienpaten haben seit 2014 das spezielle Qualifizierungsprogramm durchlaufen, über 40 Familien haben vom Angebot profitiert – vor allem diejenigen, die bei der Bewältigung ihres Alltags nicht auf Familie, Freunde oder Nachbarschaft zurückgreifen können. "Familienpaten schenken Zeit", sagt Tulke. Einmal in der Woche besuchen sie "ihre" Familien, helfen, unterstützen, hören zu, zeigen Möglichkeiten auf. "Die Paten agieren und kommunizieren mit den Familien auf Augenhöhe", erklärt Tulke.

Das lernen sie unter anderem bei Schulungen und Fortbildungen im Caritas-Zentrum. Ob es noch andere Voraussetzungen gibt? Eine pädagogische Ausbildung brauche man nicht, einen Erste-Hilfe-Kurs am Kind schon, sagt die Koordinatorin. Wichtig sei es, offen und empathisch zu sein und Freude am Umgang mit den Menschen zu haben. Um die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden, brauche es auch viel Fingerspitzengefühl, weiß Tulke.

Mit viel Herzblut hält sie das Angebot seit Jahren am Laufen – in enger Zusammenarbeit mit Alexandra Schnitzer von der am Landratsamt angesiedelten Fachstelle Frühe Hilfen. Dieses Zusammenspiel ist wichtig: Oft machen die Familienpaten die Mütter und Väter auf weitere Hilfs- und Unterstützungsangebote aufmerksam. "Sie sind unsere Türöffner", sagt Schnitzer.

Wie die Paten "ihre" Familien sonst unterstützen, ist unterschiedlich. Aktive Freizeitgestaltung mit den Kindern gehört dazu, aber auch Hilfe im Haushalt oder Unterstützung bei Behördengängen. "Die Paten schauen, welche konkreten Bedürfnisse ihre Familien haben", erklärt Tulke.

Für die Eltern ist es ein unkompliziertes, niederschwelliges Angebot: Mit den ehrenamtlichen Familienpaten bietet die Caritas schnelle und unbürokratische Hilfe. Und was motiviert die Paten, sich zu engagieren? "Das Lachen der Kinder", weiß Tulke. Die Caritas Schwarzwald-Alb-Donau sucht aktuell Familienpaten. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 07431/9 57 32 19 oder per E-Mail an tulke@caritas-schwarzwald-alb-donau.de