Zusammen sind wir Heimat

Heimat definiert jeder für sich. Manche Menschen haben nicht nur eine Heimat, sondern eine erste, zweite oder dritte Heimat gefunden, während andere sich heimatlos fühlen. Was also ist Heimat? Ist es der Nordseestrand der Alpenrand? Ist es der Vater Rhein? Oder Geschichte in Stein? Sind es deutsche Felder, Wiesen und Wälder? Eine Märchenfee? Oder eher ein Gefühl? Gemeinsame Feste, fröhliche Gäste? Freie Räume unsere Kindheitsträume? Sind es die Wunden, die uns alle verbinden?

Die Bedeutung von Heimat ist etwas sehr Individuelles. Menschen verbinden damit ihre ganz persönliche Erfahrungen und Erinnerungen. Erinnerungen sind Bilder im Kopf und sie zeigen sich in konkreten Gegenständen. Das können Fotos sein, Abschlusszeugnisse oder der Wimpel des Fußballvereins, in dem man aktiv war. Durch Erinnerungsstücke kann die Bedeutung dessen, was der Einzelne unter Heimat versteht, in gewisser Weise sichtbar gemacht werden. So können andere Menschen sehen, was uns wichtig ist und womit wir uns verbunden fühlen. Aber es gibt die

Schatzsuchenden, die in den vergangenen Monaten nach Deutschland gekommen sind? Haben kaum mehr Erinnerungsstücke. Sie haben auf Ihrer Flucht alles verloren. Mitgebracht haben Sie Erinnerungsbilder im Kopf und die Hoffnung, in unserem Land eine neue Heimat zu finden. Damit die Schatzsuchen die Chance haben, in Deutschland heimisch zu werden, müssen sich Deutsche und Zuwanderer einander zuwenden und miteinander in Kontakt kommen. Dies ist die unbedingte Voraussetzung für eine gemeinsame Heimat. Dann eine Heimat erfreuen kann sich niemand allein. Heimat ist doch vertrauen, auf jemand bauen. Die Hand, die uns hält, bevor man noch fällt. Heimat ist ein rettendes Boot, in äußerster Not. Heimat ist ein Freund, der es ernst mit uns meint. Heimat ist Spiel mit einem gemeinsamen Ziel. Heimat ist ein Gesicht, ein Mund, der zu uns spricht. Heimat geben! Und du wirst Heimat erleben! „Zusammen sind wir Heimat" dieser Titel trägt die Jahrestitel der Caritas.

 

Im Jahr der Bundestagswahl in Deutschland möchte die Caritas die klare Kante zeigen. Es gibt genügend Menschen in unserem Umfeld, die unsere Unterstützung brauchen. Da sind geflüchtete Menschen, die erst in den letzten Jahren zu uns gekommen sind. Da sind aber auch jene, die sich in unserer Gesellschaft ausgegrenzt und benachteiligt fühlen: Arbeitslose, Wohnungslose, Menschen wie du und ich, die sich nach Heimat und Geborgenheit sehnen.

„Heimat bewahrt man nicht, indem man Mauern baut und Grenzen zieht. Heimat gehört einem nicht einfach, nur weil man in einem Land geboren wurde. Vielmehr entsteht Heimat dort, wo sie geteilt wird" machte der Caritasdirektor Oliver Merkelbach deutlich. Das Jahresmotto ist der Caritas ist eine Überzeugung, Herausforderung und Vision zugleich. „Denn wir sind uns bewusst, dass uns eine so verstandene Heimat nicht als reife Frucht in den Schoß fällt. Vielmehr will sie erarbeitet, errungen und gestaltet sein. Auch in Deutschland töne es von „Obergrenze" oder gar „Grenzen dicht". Daher ist das Gebot der Stunde diese Sorgen und Ängste aufmerksam zuhören, wahrzunehmen, woraus sie sich speisen, und sich mit aller Ernsthaftigkeit, Sachlichkeit und Klarheit mit ihnen auseinanderzusetzten" regte der Pfarrer an.

Die Caritas wirbt nun für ein Heimatverständnis „in Vielfalt". Die Plakate und Postkartenmotive verweisen auf konkrete Projekte, in denen deutlich wird, dass „Heimat" und „Vielfalt" kein Gegensatz sein müssen, im Gegenteil.

https://www.zusammen-heimat.de/

Zwei SchülerinnenHeimat ist, wo die beste Freundin ist: www.zusammen-heimat.de Deutscher Caritasverband/ Fotos: Monika Höfler