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Stand: 12.06.2017

Pressemitteilung

Neue Trauma Projektstelle

„Die Fremdheit liegt auf beiden Seiten, man schafft gemeinsam einen Raum.“

Seit 1. März 2017 ist Irmhild Sellhorst im Caritaszentrum Rottweil für diesen Arbeitsbereich mit unseren neuen Nachbarn zuständig. Ihre Aufgabenfelder sind:

  • Entwicklung niederschwelliger, bedarfsgerechter Kreativ-Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Überbrückung der Wartezeit von Diagnose bis zur Trauma Therapie
  • Unterstützungsangebote für Ehren- und Hauptamtliche in ihrer konkreten Arbeit im Umgang mit unseren neuen Nachbarn
  • Aufbau von Orten kollegialer Beratung für Ehren- und Hauptamt, die mit traumatisierten Flüchtlingen arbeiten

Vernetzung, Kooperation, der Blick auf das, was vor Ort schon existiert sind in diesem Zusammenhang wesentlich. Diese Arbeitsinhalte knüpfen an bereits Bestehendes an. Die Zusammenarbeit, die Vernetzung, der regelmäßige Austausch mit den Akteuren vor Ort sind Grundlage, um die Integration und Teilhabe unserer neuen Nachbarn zu fördern.

Viele Geflüchtete sind nun bereits einige Zeit bei uns. Immer öfter gelingt es ihnen, mit Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern, ein soziales Netzwerk aufzubauen, in dem Sicherheit, Normalität und Sinnhaftigkeit wieder erlebt werden können, auch wenn das Warten auf Arbeitserlaubnis, Aufenthaltstitel, Anerkennung bei vielen weiterhin ein großer Verunsicherungsfaktor ist.

In dieser Phase beginnender „Normalität“ kommt es vermehrt vor, dass verborgene traumatische Erinnerungen an die Oberfläche gelangen. Unsere neuen Nachbarn werden oft täglich, besonders in den Nächten, von diesen Bildern eingeholt. Umso wichtiger ist es dann ihnen zeitnah Angebote zur Ressourcenaktivierung und Stabilisierung vor Ort zu machen.

Würde braucht Raum, einen Schutzraum, einen Rückzugsort, der diese Menschen mit ihren Fluchtgeschichten zu sich kommen lässt und die Entfaltung der Persönlichkeit ermöglicht. Dies können Räume kreativ-künstlerischer Angebote sein, wie zum Beispiel: Mal-, Theater-, Musik- oder Tanzprojekte. Etwas selbst Gestalten zu können, ist ein erster Schritt wieder ins Handeln, in die Aktivität kommen zu können. Diese unter Anleitung und Begleitung durchgeführten Projekte stärken den Zusammenhalt und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, in die Selbstwirksamkeit.

Die Begegnung mit den traumatisierten Flüchtlingen kann für die Alltagsbegleiter eine große Herausforderung werden. Plötzlich sind Ehrenamtliche und Hauptamtliche mit der Frage konfrontiert. Wie entsteht ein Psychotrauma? Wodurch äußert es sich? Was kann ich in plötzlich auftretenden schwierigen Situationen tun? Wo gibt es Hilfe? Braucht jeder eine Therapie? Wie gehe ich selbst als HelferIn mit den belastenden Erfahrungen gut um?

Traumatische Erlebnisse aus der Heimat oder auf der Flucht können vielfältige Auswirkungen in der Gegenwart haben und sich auch im Verhalten gegenüber Ehrenamtlichen äußern. Manchmal berichten Flüchtlinge auch von ihren existentiellen Ängsten und ihren Erfahrungen, dies kann auch bei ehrenamtlichen Begleitern zu Belastung, Sorgen und Betroffenheit führen. Ein wichtiges Thema dabei ist auch die Wahrung eigener Grenzen im Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen.

Genau an diesen Punkten setzt die neue Projektstelle der Caritas Schwarzwald-Alb-Donau an.

Kontaktdaten:
Irmhild Sellhorst 
Projektstelle Trauma.Begleitung
Königstrasse 49
78628 Rottweil
Tel: 0741 /20960888
E-Mail: Sellhorst.i@Caritas-schwarzwald-alb-Donau.de

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